Böse Links und die Bloggergate-Affäre

Bloggergate. Die bösen Links!Das Thema Backlinks gibt es mindestens schon so lange, wie Leute, die versuchen mittels SEO an gute Suchmaschinenrankings heranzukommen. Google und auch fast alle anderen Suchmaschinen messen die Qualität einer Seite primär an der Zahl und der Qualität der Backlinks. Natürlich spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle, aber Backlinks sind nunmal die Hauptzutat für ein gutes Ranking zu stark umkämpften Begriffen. Nun hat ein bekannter Blogger (Sascha Pallenberg) vor kurzem einen „Skandal“ enthüllt, das Thema wurde langsam aber sicher zum „Bloggergate“ aufgebauscht. Worum es geht? „Böse Links“.

Was ist passiert?

Der gute Sascha hat ein Linkverkaufsnetzwerk „enttarnt“, bei dem zahlreichen Blogbetreibern in Deutschland Geld angeboten wurde, wenn sie auf ihren Blogs Links zu verschiedenen Webseiten setzen. Die Blogger sollten darüber natürlich Stillschweigen bewahren und es nicht gleich an jeder Ecke herausposaunen. Diese Tatsache hat Sascha in seinem Blog nun dazu genutzt, um die Initiatoren (die Betreiber von Basic Thinking) anzuschwärzen.

Warum soll Linkverkauf schlimm sein?

An dem Anbieten und dem Verkauf von Links auf einer Webseite ist grundsätzlich nichts schlimmes dran. Google sieht es natürlich nicht gern, weil gekaufte Links das Suchergebnis beeinflussen und somit die Qualität der Treffer womöglich schlechter wird. Gesetzlich verboten ist ein Linkverkauf aber nicht. Was jedoch den guten Sascha stört, ist die Tatsache, dass die Blogger die Links einfach so einbauen, ohne Kennzeichnung. Nun, in Deutschland muss Werbung klar vom normalen Inhalt abgegrenzt werden. Dies kann man mit einem kleinen Hinweis machen. Die Frage ist allerdings nur, ist das Setzen eines Links gegen Geld überhaupt schon Werbung?

Linkverkauf ist nichts Neues

Das Thema Linkverkauf ist alles andere als neu. Es gibt etliche Firmen, die nichts anderes machen (Linklift, Teliad, Text Link Ads, …)! Und ich würde auch schwer behaupten, dass alle Seitenbetreiber, die bei solchen Netzwerken ihre Links vermieten zu 99% keinerlei spezielle Kennzeichnung der Links vornehmen. Bei Links, die in einer Sidebar untergebracht werden vielleicht noch, aber bei Links, die im normalen Content stehen, wohl ziemlich sicher nicht.

Was sind böse Links?

Die nächste Frage wäre nun, wann ist ein Backlink überhaupt „böse“ oder „schmutzig“. Wenn ich von Firma X ein Produkt geschenkt bekommen habe und dieses dann freiwillig in einem Blogbeitrag erwähne und verlinke, ist das dann „böse“? Wohl kaum. Ist es böse einfach so einen passenden Link zu einem Thema zu setzen? Wohl kaum. Ist es böse gern gelesene Webseiten in einer Blogroll zu verlinken? Wohl kaum. Ist es böse Links gegen Geld oder sonstige Gegenleistungen (z.B. die Teilnahme an einem Gewinnspiel) zu setzen? Nun, hier scheiden sich die Geister. Einerseits prangert gerade Sascha Pallenberg die „bösen“ Linkverkäufer an, sammelt aber selbst Links mit Gewinnspielen ein, was ja auch eine Gegenleistung darstellt.

Kann Google böse Links erkennen?

Wie schon im vorherigen Absatz geschrieben, ist es schon recht schwer normale Links von gekauften Links zu trennen, wenn nicht gleich „dieser Link ist gekauft“ darüber steht. Passen die Links zum Thema und übertreibt man es nicht, dürfte Google wohl keine eindeutige Entscheidung fällen können, ob die Seite abgewertet wird oder nicht. Die einzige Auffälligkeit für einen Linkverkauf sind themenfremde Links zu vielen anderen Webseiten im Footer. Doch diese Methode kommt auch immer mehr aus der Mode. Links im Content laufen da schon wesentlich besser. Ob man es machen sollte, bleibt jedem selbst überlassen.

Verschlechtern gekaufte Links die Qualität von Google?

Auch diese Frage ist strittig. Klar verändern solche Links die Suchergebnisse. Aber darum muss die Qualität eigentlich nicht schlechter werden. Wer durch Linkkäufe seine Position verbessern will, muss meist viel Geld in die Hand nehmen. Nur 2-3 Links zu kaufen, reicht eben nicht aus. Wer kann es sich leisten im Monat mehrere Tausend Euro für Links auszugeben? Unternehmen, die auch das Geld haben eine qualitative Webseite zu betreiben. Im Gegenzug kann es auch eine Schrottseite schaffen, etliche nicht gekaufte Links zu bekommen, hierzu reicht schon ein kleiner Linkbait aus, um vielfach verlinkt zu werden. Steigern diese Links die Qualität der Suchergebnisse? Wohl kaum.

Fazit

Viel Wirbel um nichts. Ein einzelner Link ist nicht „böse“, egal ob gekauft oder gratis, egal ob follow oder nofollow. Man sollte generell darauf achten, was man verlinkt. Links sollten in der Mehrheit zum Thema einer Seite passen, fertig! Ob man nun jeden Link Kennzeichnen muss, ist doch wirklich mal wieder eine typisch deutsche Frage. Schon mal auf einer englischsprachigen Webseite einen Link mit dem Zusatz „paid link“ oder „ad link“ gesehen? Am besten handhabt man es so wie eisy: Man klatscht einen Banner mit dem Titel „Schleichwerbung“ auf die Seite und erklärt dann, dass jeder Link Werbung wäre, denn jeder Verlinkte liefert irgendwie eine Gegenleistung. Sei es Geld oder nur ein Lächeln. 😉



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