Eins gegen Eins: Sascha Lobo vs. Ingo Lenßen

Sascha Lobo bei Eins gegen EinsDer deutsche „Vorzeigeblogger“ Sascha Lobo, der mit dem Irokesenschnitt, war zu Gast bei der Sendung Eins gegen Eins. Im Duell gegen TV-Anwalt Ingo Lenßen ging es um das Thema Jugendschutz im Internet. Die Sendung war wohlgemerkt etwas einseitig, denn unbestritten sind die in den kurzen Einspielern gezeigten Fälle alle schrecklich und gegen Jugendschutz im Netz ist auch nichts einzuwenden, dies hat auch Sascha Lobo immer wieder betont. Allerdings war sein Standpunkt, dass es keine Staatszensur im Internet gegen soll, und die Argumente der Gegenseite waren, dass man hier in Deutschland das Recht schärfer „anwenden“ soll.

In der Sendung hat sich gezeigt, dass Ingo Lenßen und 80% der Studiogäste kein Ahnung haben, wie die Mechanismen im Netz funktionieren. Da wurde munter von einem Pflicht-Zugriffsschutz für alle Pornoseiten gesprochen, egal ob diese in Deutschland, den USA oder Timbuktu betrieben werden. Den letzteren beiden Nationen dürfte die Meinung von Deutschland relativ egal sein. Da das Netz keine zentrale Struktur hat, lassen sich auch keine globalen Beschränkungen auferlegen. Klar kann man bei Straftaten auf Länderebene vorgehen, aber einen umfassenden Jugendschutz wird es in einer zentralen Form nicht geben, weil es immer Länder gibt, wo man sich einen Dreck um Alterskontrollen schert und das Internet keine Ländergrenzen kennt.

Sascha Lobo hat richtig argumentiert, dass man einen 9-Jährigen nicht ohne Aufsicht ins Netz lassen sollte, bzw. zuhause Tools einsetzen muss, die nur einen Zugriff auf jugendfreie Seiten erlauben. Das ist der einzig effektive und gangbare Weg, um aktiven Jugendschutz im Netz zu betreiben. Zudem sollte man sich auch die Frage stellen, ob man als Kind schon ein Smartphone braucht, mit dem man auf dem Schulhof munter Videos austauschen kann? Der Appell geht hier klar an die Erziehungsmethoden und Wertevermittlung der Eltern.

Wer seinen Kindern schon früh mit auf den Weg gibt, was richtig und falsch ist, und einen moderaten Umgang mit neuen Medien in einem sinnvollen Maß zulässt, der erzieht seine Kinder so, dass sie zwar wissen, dass es im Netz solche Dinge gibt, sie aber nicht das Bedürfnis haben, sich solchen Kram anzuschauen. Gleiches gilt auch beim Mobbing. Mobbing gab es schon immer, und ob es nun via Facebook, Email oder in der Schule gemacht wird, eine Kontrolle ist nur schwer möglich. Daher sollte man die Frage der Sendung eher darauf ausweiten, wie man den Kindern einen vertrauensvollen Umgang mit dem Internet lehrt, statt über technisch schwer vorstellbare Zensur zu reden.



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