Linkbuilding und die Spam-Blogs von eBay

Content vs. LinksDieser Beitrag ist eigentlich nicht geplant gewesen, aber mittlerweile finde ich manche Vorgehensweisen von großen Unternehmen recht nervend und möchte darum ein paar Worte dazu verlieren. Es geht kurz gesagt um eBay, bzw. um das neue eBay Kleinanzeigen. Da ich mit Coverblog auch ein kostenloses Blog-Hosting anbiete, habe ich immer wieder mit Spam-Blogs zu kämpfen. Bisher waren das meistens englischsprachige Blogs, die irgendwie automatisiert angelegt wurden. Nach ein paar Verbesserungen mit Blacklists und einem Captcha hat die Anzahl an Spam-Blogs abgenommen. Neuerdings sind die Zahlen aber wieder steigend und zwar mit deutschsprchigen Spam-Blogs. Diese sehen nach privaten Blogs aus, haben aber nach kurzer Zeit einen Link zu einem anderen „privaten“ Blog drin, der Ankertext lautet dann: Kleinanzeigen Stadtname, also z.B. Kleinanzeigen Stuttgart. Ein privater Blog über Kleinanzeigen, wie blöd ist das denn?

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Solche Blogs lösche ich eigentlich umgehend und denke mir nicht viel dabei. Die Email-Adresse wird in die Blacklist eingetragen und alles geht seinen gewohnten Gang. Nun kamen und kommen aber immer wieder solche Spam-Blogs und ich wunderte mich doch sehr, warum es so viele „private“ Blogs zu Kleinanzeigen geben soll? Einer dieser Blogs wäre z.B. inserate-stuttgart.de, ich verzichte mal auf einen direkten Link. 😉

Tarnt eBay sein Linkbuilding?

Laut Impressum ist eine Erik Abt dafür verantwortlich. Die Adresse ist in Stuttgart und auch der Denic-Eintrag läuft über den guten Erik. Sowohl Admin-C als auch Zonenverwalter, das volle Programm also. Am 27. April ging es mit dem ersten Beitrag los. Anders als die Domain vermuten lässt, sind die Beiträge ein allgemeines Sammelsurium über die Stadt Stuttgart. Kleinanzeigen oder Inserate sucht man vergeblich. In den Beiträgen sind ein paar schöne Links zu Trust-Seiten drin, aber es sieht alles nicht nach Werbung aus.

Aber das Beste kommt jetzt: Direkt in der Sidebar ist der erste Link ganz oben von eBay. Der Titel „Kleinanzeigen Stuttgart“ und das Linkziel auf die Unterseite zu den eBay Kleinanzeigen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Nun könnte man natürlich denken, dass eBay seine Sache ganz gut macht, bzw. die SEO-Abteilung/Agentur, die dahinter steht. Man baut „private“ Blogs auf, erstellt hochwertigen Content zu einer Stadt, ballert kostenlose Blogs mit Links auf diesen privaten Blog voll und vererbt die Linkpower an eBay. Alles eine saubere Vorgehensweise, die wohl auch etliche andere SEOs machen. Nur nervt es eben, wenn man als Betreiber eines Blog-Portals täglich mit sinnfreien neuen Blogs zugeballert wird, die nur einen Zweck haben: Links für Kleinanzeigen abladen.

Da ist z.B. das Julchen, was bei Kleinanzeigen Stuttgart zufällig zwei Bücher erstanden hat und dafür gleich einen neuen Blog anlegen musste. Zumal es auf der eigentlich verlinkten Seite gar keine Bücher zu kaufen gibt. Die gibt es erst eine Ebene tiefer bei eBay.

Google und das Linkproblem

Schuld an allem ist natürlich Google, die Backlinks natürlich zur härtesten Währung im Netz gemacht haben, wenn es um gute Rankings geht. Kleine Webseiten haben praktisch keine Chance gegen einen Riesen wie eBay anzukommen, der es sich wohl leisten kann, täglich dutzende solche Satelliten-Blogs mit frischem Content zu befüllen. Steigert das die Qualität im Netz bzw. in den Suchergebnissen? Wohl eher nicht. Aber Google wird dieses Problem wohl nicht mehr loswerden. Die Frage ist nun natürlich auch, wann Google „böse“ wird. Linkkauf mag man nicht und unnatürliche Links eben auch nicht. Da eBay aber offensichtlich nicht als Betreiber der Satelliten-Blogs auftritt, liegt die Vermutung nahe, dass eBay Geld dafür bezahlt, damit entweder kleine SEOs solche Blogs betreiben, oder es werden Identitäten eingekauft. Ziel ist es natürlich Google im Unklaren zu lassen, wer diese Blogs tatsächlich betreibt. Aber würde Google eBay herabstufen, selbst wenn sie das System durchschauen würden? Wohl kaum.

Fazit

Natürlich ist Linkbuilding nichts Böses und man muss es machen, weil Google es eben so will. Jeder SEO macht es, manche sind kreativ, manche kaufen Links, manche tauschen und manche bauen sich ein ganzes Netzwerk auf, so wie eBay. Böse und Verboten ist das natürlich nicht und eBay macht seine Sache sicherlich ganz gut, aber seit dem Bloggergate-Skandal stoßen manche Linkbuilding-Praktiken bei anderen Leuten sauer auf. Zumal ein gekaufter Link oder eben ein ganzer Blog als solches gekennzeichnet sein müsste, denn es geht schließlich um ein Unternehmen, was werblich aktiv wird. Beim kleinen SEO um die Ecke mag das zwar keine wesentliche Rolle spielen, aber bei einem solch großen Unternehmen wie eBay, sollte man schon aufpassen, ob man kleine Spam-Blogs aus einer tieferen Ebene zum Linkbuilding einsetzt.



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