Geld verdienen mit der VG Wort

VG WortIn der Serie Geld verdienen mit... wären im 2. Teil eigentlich die Partnerprogramme drangekommen. Ich möchte allerdings aus aktuellem Anlass das Thema VG Wort einschieben. Dahinter verbirgt sich die Verwertungsgesellschaft Wort, welche - ähnlich wie die Gema bei der Musik - den Autoren eine Vergütung anbietet. Neben klassischen Printmedien kann man bei der VG Wort auch Texte einreichen, die man online veröffentlicht hat. Hierbei gibt es ein paar Mindestanforderungen zu erfüllen. Wenn man diese erreicht, kann man über die VG Wort ein nettes Sümmchen nebenbei verdienen.

Mindestanforderungen

Um einen Artikel bei der VG Wort melden zu können, muss man ihn zunächst mal selbt geschrieben haben, also der Urheber des Textes sein. Dann sollte der Artikel mindestens 1.800 Zeichen umfassen, was etwa 300-350 Wörtern entspricht. Hat man einen solchen Artikel geschrieben, muss dieser mindestens 1.500 mal innerhalb eines Jahres aufgerufen worden sein, damit es eine Vergütung gibt. Geht man von 365 Tagen aus, sind dies etwas mehr als 4 Aufrufe pro Tag. Für kleinere Blogs ohne viele Stammleser sind die 1.500 Besucher schwer zu erreichen, hier muss über das Jahr gesehen schon ein gewisser Suchmaschinentraffic vorhanden sein.

Vergütung

Die Konditionen schwanken von Jahr zu Jahr und können über die Quotenübersicht der VG Wort eingesehen werden. Relevant ist hier der Abschnitt 7a "Standardausschüttung für Internetseiten". Dort sind die Vergütungen abhängig von den Besucherzahlen aufgelistet. Für 2010 ergaben sich folgenden Quoten:

  • 1.500-2.999 Zugriffe: 15 Euro
  • 3.000-9.999 Zugriffe: 20 Euro
  • ab 10.000 Zugriffe: 25 Euro

Hat man also beispielsweise 100 Artikel die 1.500 Besucher geschafft haben, gibt es 1.500 Euro von der VG Wort. Mehr Artikel und mehr Besucher sind natürlich immer gut. So konnte z.B. Peer mit seinem Blog für das Jahr 2010 mit 280 Artikeln knapp 4.300 Euro erzielen.

VG Wort als Querfinanzierung

Nun kann man natürlich seinen bestehenden Blog nach Artikeln durchforsten, die die Kriterien erfüllen und genügen Suchmaschinentraffic aufweisen. Man kann aber auch einen ganz anderen Weg gehen. Man baut eine komplett neue Webseite auf, die ein Thema hat, zu dem man viel schreiben kann. Man muss nicht mal selbst in dem Thema bewandert sein. Ziel ist es, über Content-Portale wie textbroker.de an neue Artikel zu kommen. Hier zahlt man für einen guten Artikel mit 350 Wörtern knapp 7 Euro. An dem Text hat man die vollen Rechte und kann diesen daher auf der neuen Themenseite einbinden und anschließend mit dem Zählpixel von der VG Wort versehen.

Update: Ich revidiere die letzte Passage. An dem Text hat man zwar exklusive und zeitlich unbeschränkte Veröffentlichungsrechte, die Urheberrechte bleiben jedoch beim Autor. Somit sind diese Texte für die Anmeldung bei der VG Wort nicht geeignet.

Eigene Artikel verlinkt man aber z.B. über gängige Bookmark- und News-Portale, immer mit dem Ziel im Hinterkopf, möglichst die 1.500 Besucher zu erreichen. Diese müssen ja auch nicht von heute auf morgen kommen. Zudem kann man auch immer wieder interne Links in den Blog streuen, und so auch ältere Artikel mit Besuchern versorgen. Mit diesen Mitteln und zusätzlich mit potenziellen Feed-Abonnenten sollten die 1.500 Besucher pro Artikel machbar sein. Zusätzlich kann man dann noch AdSense Werbung in den Artikeln schalten und die Einnahmen weiter steigern.

Fazit

Es lohnt sich das Konzept mit der VG Wort einmal anzusehen. Ich selbst habe das Ganze noch nicht ausprobiert, werde aber in diese Richtung mal was unternehmen. Zumal auch alte Artikel jedes Jahr neu gezählt werden. Hat man also erst mal ein Projekt am Laufen, kann man mit wiederkehrenden Einnahmen rechnen. Eine Anleitung wie man sich bei der VG Wort anmeldet, findet man ebenfalls bei Peer im Blog. Der einzige Nachteil ist nur, dass man ein Jahr auf sein Geld warten muss, d.h. man sollte sich dieses Konzept zusammen mit AdSense ansehen. Aber natürlich ist auch hier die Themenwahl entscheidend für den Erfolg.



4 comments ↓

#1   Sonja on 10.10.11 at 20:29

Hallo Tobias,
deine Ausführung zum Urheberrecht finde ich etwas haarsträubend und rechtlich bedenklich. Urheber ist in Deutschland nun mal der Schöpfer des Werkes und nicht der Käufer. Was machst Du denn, wenn der eigentliche Urheber des Werkes, der Autor des Textportals, ebenfalls eine Meldung über den Text einreicht? Dies ist über eine Meldung zur Sonderausschüttung durchaus möglich. Eben auch ohne Zählpixel. Spätestens dann fliegst du bei der VG Wort sowas von auf.

Ansonsten rechnest du Deinen Finanzplan auch eindeutig selbst schön: 1500 Besucher, die gezählt werden müssen. Also sehr wahrscheinlich 1500 Besucher aus Deutschland, bei denen alle das Zählpixel vollständig geladen gewesen sein muss.

Und: Die Zahlen, die du verwendest gelten alle für das aktuelle Jahr. Für das nächste Jahr kann das bei Textlänge, Mindestzugriffe und eben auch der Vergütung ganz anders aussehen. Eben, dass man nur noch 10 Euro bekommt. Womit man bei Deiner Rechnung von den vorfinanzierten 700 Euro nur noch 500 Euro bekommt. Und wenn alle Texte rausfallen, weil es nun 3000 Zeichen Mindestlänge sind?

Wobei es umgekehrt natürlich auch weniger, gleichviel Zeichen oder mehr Ausschüttung oder gleichviel Ausschüttung geben kann. Und man einen (eigenen) Text ja auch mehrere Jahre vergütet bekommen kann.

Naja, mein Senf dazu eben.
Grüße
Sonja

#2   Tobias on 10.11.11 at 11:40

Hallo Sonja,

du hast natürlich Recht, da bin ich gestern Abend bei der Recherche etwas schlampig gewesen. Gekaufte Texte haben bei Textbroker zwar ein exklusives und unbeschränktes Veröffentlichungsrecht, die Urheberrechte werden allerdings nicht übertragen, weil das in Deutschland nicht geht. Anders ist dies wohl beim US-Copyright, was auch veräussert werden kann.

Ich passe den Artikel daher noch mal an, ich danke Dir für den Hinweis.

Zu den 1.500 Besuchern: Diese sind nicht allzu schwer zu erreichen. Natürlich sollte man ein Minimum an SEO-Kenntnissen haben. Natürlich können sich die Bedingungen von Jahr zu Jahr ändern, aber das steht ja auch im Artikel drin.

Grüße,
Tobias

#3   udo on 10.14.11 at 14:31

Ein sehr interessanter Artikel wie ich finde.
Allerdings: Danit sich das Ganze auch wirklich
lohnt - ist aus der Welt der Buchstaben (Wort) heraus - wohl auch ein ziemlich grosser (arbeitsaufwendiger ? ) Ausflug in die Welt der Zahlen (Mathematik) - erforderlich.
Stichwort: Multiplikation. :-)

#4   Michael on 12.28.11 at 14:35

Ich hab mich auch bei der VG Wort angemeldet - bin mal gespannt ob sich der Aufwand lohnt! ;-)

Leave a Comment

Benachrichtigung per Mail bei weiteren Kommentaren.