Google Penguin Update: Napalmbomben für die SERPs

Penguin and Panda are friends!Der 24./25. April dürfte für viele SEOs in schlechter Erinnerung bleiben. Google hat mal wieder Updates am Algorithmus vorgenommen, und diese Änderungen via Blog bekannt gegeben. Nach dem Panda kommt nun der Pinguin, zwar steht im Posting noch nichts vom offiziellen Namen, dafür aber hier und hier. Das Ziel vom Update ist es, überoptimierte SEO-Webseiten aus dem Index zu blasen, bzw. deren Rankings nach hinten zu verschieben. Allerdings ist dies nur bedingt geglückt, wesegen man auch von einer Napalmbomben sprechen kann, die Google in die SERPs geworfen hat – man hat zwar einige schlechte Seiten erwischt, aber durch die große Streuung auch etliche „gute“ Seiten getroffen.

Ursachen

Die Ursachen für eine Penalty im Rahmen des Penguin-Updates wurden in den letzten beiden Tagen an vielen Stellen breitgetreten. Egal ob bei SEO-United, BöserSeo, Searchmetrics oder Sistrix. Hauptursache ist ein unnatürliches Linkprofil, was viele Links mit Money-Keywords betrifft, die zudem auf eher minderwertigen Webseiten (Artikelverzeichnisse, Link-Netzwerken) gesetzt wurden. In dem diesem Zusammenhang wurde auch gleich ganze Netzwerke aus den SERPs gekickt und deindexiert. Ansonsten hat es hauptsächlich Keyword-Domains getroffen, die zwecks Affiliate aufgebaut und mit entsprechenden Links versogrt wurden: Stichwort Tagesgeld, Girokonto, …

Mehr Qualität in den Suchergebnissen?

Das oberste Ziel von Google ist es, den Nutzern (also den Suchenden) die besten Ergebnisse zu einem Suchbergiff zu liefern. Seit dem Penguin-Update sind nun einige schlechte Affiliate-Seiten mit minderwertigen Inhalten aus den SERPs verschwunden. Leider sind aber auch etliche gute Seiten aus den Top 10 gefallen. Den Platz eingenommen haben dafür bekannte Brand-Webseiten, denen Googles Napalbomben nichts anhaben können, sowie minderwertige Webseiten deren Linkprofil (noch) nicht von den „schlauen“ Filtern berücksichtigt wurde. Und genau hier komme ich nun zu den Hauptproblemen des Updates, mit dem Google gleich mehrere Dinge erreicht hat, die nicht wirklich positiv sind, weder für die Suchenden noch für Seitenbetreiber.

Problem 1: Wann ist ein Link gekauft?

Fürher war ein Link ein Link. Wenn irgendwo „sponsored“ oder „gekauft“ darüber stand, hatte dies PR-Penalties für die verkaufende Seite zur Folge und der Link wurde entwertet. Neuerdings wird der Link nicht mehr nur entwertet, sondern unter Umständen auch gleich das Linkziel zurückgestuft oder gleich gänzlich deindexiert. Bei offensichtlich gekauften Links, mag man dem ganzen Prozedere noch zustimmen könne, was aber bei Links, bei denen man nur mutmaßen kann? Zum Beispiel Links, die innerhalb eines Blogbeitrags gesetzt werden. Ich verlinke selbst auch immer mal wieder passenden Seiten mit einem einzelnen Keyword. Nicht weil ich dafür Geld bekommen, sondern weil ich Links hasse, die ganze Sätze umschließen. Ist dies nun ein felsenfester Indikator für Google? Sind Links mit Satzteilen als Ankertext deswegen „natürlicher“? SEOs geben bei Linktausch und Linkkauf schon länger die Anweisung, die Links mit Stoppwörtern zu versehen.

Ist nur ein Link in einem Artikel gesetzt, könnte man auch annehmen, der Link wäre evtl. gekauft. Dies kann stimmen, muss es aber nicht. Wenn ich nur eine Quelle verlinke – why not? Wenn ich noch zum verkauften/gekauften Link noch ein paar interne Links und relevante externe Links setze, woher will Google dann wissen, welchen Link ich verkauft/gekauft habe? Ebenso sind Links aus der Sidebar schwer einzuordnen, wenn nicht gleich „Paid Links“ darüber steht. Was unterscheidet eine „normalen“ Link aus der Blogroll von einem gekauften Link. Und warum ranken auch nach dem Pinguin noch verdammt viele Seiten mit Footer- und Sidebar-Links?

Problem 2: Ist negatives SEO möglich?

Ein weiteres Problem, was Google mit dem Pinguin geschaffen hat, ist negatives SEO. Früher konnte man zwar auch schin von Google Bowling lesen, aber so richtig glauben mochte man es nicht. Für neue Webseiten mochte man es noch für möglich halten, aber für Webseiten mit einer gewissen sauberen Historie nicht. Aber wie eine Fallstudie gezeigt hat, ist es definitiv möglich. Solche Scrapebox-Blasts muss man ja auch nicht mal selbst durchfürhen, bei Fiverr gibt es zahlreiche Angebot für 5 Dollar. Schöne neue SEO-Welt also.

Problem 3: Wann wird guter Content verlinkt?

Die Tipps von Google zum Thema SEO sind recht einfach: Schreibe hochwertigen Content, der den Nutzern gefällt. Diese verlinken und Zwitschern dann automatisch. Dieser Grundsatz mag zwar in der Theorie stimmen, aber in der Praxis sieht es anders aus. Guter Content muss erst mal gefunden werden. Bekannte Webseiten wie Heise oder Chip haben viele gute Rankings. Erhalten daher viele „saubere“ Links und auch viele Shares via Sodial Media. Doch was ist mit neuen Projekten. Ohne enormes Marketing-Budget bringt man so gut wie keine neuen User auf die Seite, die natürlich verlinken und sharen und könnten. Hier hilft neuen Webseiten nur Google AdWords, mit dem Google sein Geld verdient. Ist das Pinguin-Update also nur ein Plan zur Gewinnmaximierung?

Problem 4: Zweiklassen SERPs

Da Google nun Marken bevorzugt, und überoptimierte Seiten der „Mittelschicht“ abstraft, dominieren die Suchergebnisse nun zwei Klassen: Brands und Schrott. Seiten, die ein gewisse Alter haben, wenig bis gar keine Links und somit nicht überoptimiert sind, stehen nun neben den großen Markenseiten in den Top 10. Ist das nun ein Gewinn für den Suchenden? Auch hier kann man die Antwort eher mit einem Nein beantworten.

Problem 5: Linkgeiz

Da nun jeder Link zu einem Problem werden kann, überlegt man sich mittlerweile immer öfter, ob man einen Link setzten möchte oder nicht. Die freiwillige Verlinkung wird wohl abnehmen und somit auch die Chance, dass neue Webseiten den Sprung in die Top 10 schaffen. Daher wird sich das Thema Linkbuilding natürlich weiterentwicklen müssen.

Problemlösung

Links sind nach wie vor eines der Hauptkriterien, warum Webseiten weit vorne ranken. Nur muss man in Zukunft ein paar Dinge beachten. Natürlich spielt auch der Content und Aufbau einer Webseite eine wesentliche Rolle, aber speziell beim Linkbuildung sollten folgende Punkte eingehalten werden, die natürlich teilweise auch vorher schon beachtet worden sein sollten.

  1. Links sollte nur von relevanten Webseiten kommen.
  2. Artikelverzeichnisse, die als solche zu erkennen sind, bringen nichts.
  3. Webseiten, die Links liefern, sollten auf ein Thema fokussiert sein.
  4. Neben dem eigentlichen Link sollten interne Links und weitere externe Links gesetzt werden.
  5. Zusätzliche externe Links sollten aber auch nicht zu viel Trust haben, sondern vergleichbar sein.
  6. Webseiten, die Links liefern, sollten auch Beiträge ohne Links beinhalten.
  7. Links aus erkennbaren Netzwerken (IP, Whois, Impressum) funktionieren nicht dauerhaft.
  8. Die Menge an Keyword-Links sollte unter der Menge an Brand-Links auf Markenname und Domain liegen.

Fazit

Meine Webseiten sind insgesamt ganz gut weggekommen. Der Pinguin hat nur bei einem kleinen Projekt voll zugeschlagen, bei einem weiteren gab es gewisse Verluste, da die Keyword-Links die Brand-Links überwiegen. Ansonsten ist alles recht konstant geblieben oder sogar gestiegen. SEO wird also auch künftig noch möglich sein. Nur billige Links werden es nicht mehr so einfach machen. Ansonsten musss man natürlich auch noch abwarten, wie sich die Ergebnisse nach dem Pinguin einpendeln, denn es hat noch viele Webseiten in den Top 10, die ebenso aus dem Index fliegen sollten, wenn man die Maßstäbe gleich ansetzt, wie bei den Webseiten, die es bereits getroffen hat.



4 comments ↓

#1   Günter on 05.03.12 at 23:07

Die Sache mit dem negativ SEO ist krass. Da habe wir wirklich eine schöne neue Welt, wenn sich das erstmal herumspricht… Ab sofort kauft man keine Links für eigenen Projekte, sondern nur noch billige Keyword Links für die Konkurrenz – Auweia!

#2   Thomas Auner on 05.29.12 at 18:38

Mich hat es auch sauber erwischt. Tut schon weh wenn ein Projekt welches sehr gut rankte total absteigt, nur weil google das so will.

#3   Sandy on 06.07.12 at 15:52

Okay, was sagst Du zu den serp Ergebnissen? Ich höre von immer mehr (nicht SEO) Leuten, dass Google schlechter geworden ist. Es werden zwei,drei abay/keywort1, abay/keywort2, usw. gelistet und manches mal geht das Spielchen auf der serb Seite 3-4 auch bis zu acht mal. Mein Bekanntenkreis wechsel seit dem „Pinguin Downgrade“ immer öfter auf bing! Ob sich Google da einen gefallen getan hat!?

#4   Tobias on 06.08.12 at 09:03

Kann ich nur bestätigen. Was teilweise für wirklich schlechte Seiten in den Top 10 platziert sind, ist ja schon fast grausam. Das Update war ein Rückschritt. Und auch sonst macht Google im Moment alles, um User zu verlieren. Angefangen von unsinnigen Layout-Änderungen ihrer Dienste wie Gmail oder Analytics, bis hin zur Willkür bei der Sperrung von AdWords- und AdSense-Accounts.

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