Gewinnmaximierung: eBay reduziert Affiliate-Provisionen drastisch

Gewinnmaximierung bei eBayAm 9. April hat es eBay mal eben salopp in einem Blog-Posting angekündigt: Es wird eine neue Preisgestaltung im eBay Partner Network geben, welche inzwischen aktiviert wurde. Bei solchen Meldungen sollten eigentlich immer die Alarmglocken läuten, denn meistens hat eine solche Anpassung nur Vorteile für eine Seite.

Adieu Quality Click Pricing

So war es nun auch bei der aktuellen Anpassung. Die Meldung im Partner-Blog von eBay klang auch schon „vielversprechend“:

Eine unserer höchsten Prioritäten ist es, insbesondere neue Käufer und Käufer, die nur gelegentlich bei eBay einkaufen, auf unsere Seiten zu leiten. Diese Art von Käufern wird daher bei der Vergütung von Publishern am meisten berücksichtigt werden. Auf der anderen Seite wird Traffic, der auf bereits regelmäßig aktive eBay-Kunden abzielt, künftig weniger stark ins Gewicht fallen.

Was in der Praxis so viel bedeutet, dass quasi nur noch neue User vergütet werden. Umsätze von bereits aktiven Usern werden weniger stark berücksichtigt, bzw. gar nicht mehr vergütet. Bisher erfolgte die Vergütung auf Basis eines Quality Click Pricings (QCP). D.h. für jeden Klick gab es bisher einen dynamischen Betrag, abhängig von der Traffic-Qualität. Wenn also die vermittelten User viel gekauft haben, wurden die Klicks auf lange Sicht mehr wert. So gab es bisher je nach Traffic zwischen 10 Cent und sogar 1 Euro pro Klick.

Als erste Maßnahme für die einseitige Gewinnmaximierung wurde nun die Abrechnung auf eine pauschale Vergütung für neue User (ACRU) umgestellt. 1 Euro sollte die Provision pro aktivem Neumitglied betragen. Man kann sich leicht ausrechnen wie viele neue Anmeldungen eBay im Monat hat: So suchen bei Google im Monat zusammen knapp 16.400 Personen nach der passenden Anmeldeseite. Im Gegenzug suchen knapp 45,5 Millionen nach eBay im Allgemeinen. Somit dürfte es im Verhältnis grob geschätzt 0,036% neue User im Monat geben. Man kann sich somit gut vorstellen, wie hoch der Rückgang der Vergütung für Affliates ausfallen dürfte: 99,964%!

Einspruch

Dass man als Affilate so was natürlich weniger „toll“ findet, liegt auf der Hand. Nach einem Einspruch gab es dann prompt ein Telefonat: Man könne die Abrechnung nun doch auf dem QCP-Modell belassen, allerdings würde die Berechnung hier auch angepasst werden und nun die neuen User stärker ins Gewicht fallen und bestehende User eben weniger stark. Man müsse allerdings auch hier mit Einbußen rechnen, wenn man nur Power-User auf seiner Seite hätte, die eben schon einen aktiven Account besitzen. Soweit so gut, ich ließ den Tag der Umstellung auf mich zukommen.

Gewinnmaximierung

Ob nun ACRU oder QCP, das Modell ist wohl egal: Am 1. Mai wurde die Berechnung umgestellt und seither gab es satte 0,00 Euro für jeden Klick, den ich eBay gebracht habe. Es sind nun 4 Tage vergangen, für die ich eine volle Statistik habe, und hier habe ich 2.405 Klicks vermittelt, die insgesamt einen Produktumsatz von 17.300,99 Euro und einen eBay-Gewinn von 1.301,36 Euro eingebracht haben. Früher gab es einen fairen Anteil vom eBay-Gewinn als Provision. Seit dem 1. Mai gibt es: zero, nada, nichts! Eine schöne Gewinnmaximierung, allerdings nur für eBay.

Eure Erfahrungen

Da ich allein schon wegen den negativen Reaktionen im eBay Partner Blog davon ausgehe, dass bei einem Großteil der Affiliates die Einnahmen einbrechen bzw. ganz ausbleiben, wäre es an dieser Stelle schön zu wissen, wer aktuell ähnliche Erfahrungen gemacht hat? Kommentare sind also herzlich willkommen. Auch schon im Jahr 2009 gab es Anpassungen, die manch einer als negative Geldsparmaßnahme gesehen hatte.

Fazit

Die Frage ist, ob eBay sich mit dieser Anpassung wirklich einen Gefallen tut? Die Argumentation ist klar: eBay ist eine bekannte Marke und da viele User bereits einen Account haben, geht eBay davon aus, dass diese User sowieso bei eBay einkaufen. Folglich will man dafür keine Provisonen mehr abdrücken. Dass allerdings so manche Platzierung problemlos durch einen Link zu Amazon oder einem anderen Anbieter ersetzt werden kann, sollte eBay doch auch einleuchten. Ich habe jedenfalls bereits einen Großteil meiner Links umgestellt.



1 comment so far ↓

#1   Marion on 10.08.13 at 16:20

Ich habe auf meinem Blog mal eine kleine Umfrage gestartet : http://www.take-me-to-auction.de/ebay-partnernetwork-mit-neuem-provisionsmodell-schlimmer-gehts-nimmer und das Ergebnis ist erschreckend:
Gewinner scheint es bei dem neuen Modell nicht zu geben, aber viele, viele Verlierer!

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