Absprungrate, Verweildauer und Return-to-SERP-Rate sind keine Rankingfaktoren

Google+ und der +1-ButtonWird irgendwo im Netz über Rankingfaktoren diskutiert, kommen immer wieder die drei großen Faktoren zur Sprache, die ein Maß für guten Content sein sollen: Absprungrate, Verweildauer und Return-to-SERP-Rate. Warum diese Werte allerdings keine Rankingfaktoren sein können, will ich in diesem Beitrag verdeutlichen.

Absprungrate

Um überhaupt zu verstehen, um was es bei den Begriffen geht, will ich diese natürlich auch kurz erklären. So ist die Absprungrate ein Wert, der angibt, wie viel Prozent der Besucher eine Webseite sofort wieder verlassen, ohne eine weitere Unterseite aufzurufen. Google selbst gibt an, dass die Absprungrate und die Maßnahmen zur Verbesserung dieser Rate sehr individuell sind. Ebenso gab es auch schon klare Aussagen von Matt Cutts zu dem Thema.

Warum die Absprungrate aus meiner Sicht kein Rankingfaktor sein kann, liegt schon mal an der Tatsache, dass eine gute Einzelseite bereits alle Informationen liefert und somit keine weiteren Unterseiten aufgerufen werden müssen. Ebenso ist die Absprungrate ohne die Verweildauer gar nicht zu gebrauchen. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass Google diesen Wert nur für Seiten ermitteln kann, die Analytcis, AdWords oder sonstige Dienste einsetzen. Wenn man also nur Teilmengen des Internets bewerten könnte, kann der Wert kein zuverlässiger Rankingfaktor sein.

Verweildauer

Mit der Verweildauer auf einer Webseite verhält es sich ähnlich. Die Verweildauer liefert nur eine Aussage, wie lange ein Besucher eine Seite „offen“ hatte. Er muss dabei nicht zwangsläufig einen guten Text auf der Seite lesen. Ein Besucher kann ebenso viele Webseiten parallel geöffnet haben oder eben mal „schnell“ aufs Klo gegangen sein. Daneben gibt es auch Seiteninhalte, die dem Suchenden die Antwort auf seine Frage in wenigen Sekunden liefern: Uhrzeit, Datum, Wetter, Lottozahlen oder Sportergebnisse. Somit ist auch die Verweildauer eine sehr schwammige Kennzahl, die von einem Algorithmus nicht gut herangezogen werden kann. Und auch hier müsste Google die Daten von allen Webseiten bekommen können, was analog zur Absprungrate technisch nicht geht.

Return-to-SERP-Rate

Wenn also Absprungrate und Verweildauer nicht greifen, muss es die Return-to-SERP-Rate richten! Damit ist die Rücksprungrate zu den Suchergebnissen gemeint, wenn ein User nicht das gewünschte Ergebnis gefunden hat und wieder zu Google zurückkehrt. Da Google hier die Daten seiner eigenen Besucher auswerten kann, ist das Problem der Datenerfassung gelöst. Und auch sonst klingt der Wert als Qualitätsindikator erst mal plausibel, er ist es aber nicht. In der Theorie mag es zwar sein, dass man ein Ergebnis klickt und bei einer schlechten Zielseite den Zurück-Button im Browser betätigt, in der Praxis gibt es aber einen Fallstrick: So öffnen viele User die Links der Suchergebnisse in einem neuen Browser-Tab oder einem neuen Fenster, d.h. es ist schlicht nicht notwendig zu den SERPs zurückzukehren.

Fazit

Alle drei Werte haben für interne Analysen einen Nutzen, können aber nur schwer als zuverlässige Rankingfaktoren herangezogen werden. Auch im Jahr 2014 bleiben Backlinks das beste Maß, um die Qualität von Webseiten zu messen. Was bislang auch der Mythos um die Social Signals nicht ändern konnte.



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