OneBiz in der Kritik

Kritik an OneBizFür alle, die OneBiz vielleicht noch nicht kennen, dahinter verbirgt sich die Eierlegende Wollmilchsau im Online-Marketing Multi-Level-Marketing. Da ich bekanntlich viele Angebote und System aus dem Bereich teste und unter die Lupe nehmen, habe ich OneBiz eine Chance gegeben. Auch wenn ich mit einer Person, die hinter OneBiz steckt, schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe.

Der anfängliche Hype

Es war irgendwann im Februar 2014, als ich das erste Mal auf OneBiz aufmerksam wurde. Es war ein Posting von Tobias Knoof, in dem das Projekt vorgestellt wurde. Und da ich den Blog von meinem Namensvetter ab und an lese, und seine Tipps meistens auch brauchbar waren, war ich erst mal gespannt, was es mit OneBiz auf sich hat.

Der Titel: „Fata Morgana Onebiz: Nur heiße Luft oder der aufgehende Stern in der Service-Wüste Deutschland?!“

Leider ist der Artikel nicht mehr online, aber das Web vergisst ja nichts, im „Archiv“ kann man ihn noch nachlesen.

Zitat von Tobias Knoof:

  • OneBiz wird der erste Cloud-Service für vollautomatisierten Content-, Traffic- und Linkaufbau sein.
  • In naher Zukunft ermöglicht das System, sich mit praktisch jedem beliebigen Profil irgendwo im Internet zu verbinden.
  • In diese Profile können Informationen vollautomatisiert, zeitgesteuert und thematisch passend eingespeißt werden.
  • Nutzer werden ihre gewünschten Inhalte in beliebige Social Communities, Artikelportale, Presseportale, Videoportale, Blogs, Foren, RSS-Verzeichnisse, Social-Bookmarking-Verzeichnisse, Podcast-Verzeichnisse oder Webkataloge veröffentlichen können. Sozusagen das TrafficPrisma als vollautomatisierten Cloud-Service.
  • Alle Inhalte können wie „Autoresponder“ per Zeitsteuerung (Scheduling) beliebig veröffentlicht oder auch für Monate im Voraus eingepflegt und angelegt werden. OneBiz wird damit zum „Biggest Social Autoresponder“ im Web. Vom Start an englisch- und deutschsprachig sowie in mehreren Währungen.
  • Die veröffentlichten Inhalte über alle Portale und Profile hinweg sind „unique“ (einmalig), weil einer der mächtigsten Text-Spinning Werkzeuge dieses Planeten mit an Bord ist, und somit Millionen von Wörter, Phrasen und Synonyme per Knopfdruck seo- und lesefreundlich geändert werden können. Veröffentlicht ein Nutzer später einen Fachartikel in z.B. 20 Artikelportalen, so wird in jedem dieser Portale eine andere gespinnte Version landen.

Das ganze System klang wie eine Mixtur aus den feuchten Träumen vieler SEOs. Zu diesem Zeitpunkt waren allerdings Panda und Pinguin längst nicht mehr bloße Tierarten, und die OneBiz-Prophezeiung eigentlich hier schon dem Untergang geweiht. Eben „nur heiße Luft“, wie es in dem Titel so treffend hieß. Und der Projektname I.K.A.R.U.S., wie OneBiz in der Entwicklungsphase ursprünglich hieß, war auch eine treffende Bezeichung für das, was später passiert ist.

Es folgte eine großes Gewinnspiel mit vielen Blog-Postings, Social-Media-Sharing und Newsletter-Mailings. In einem weiteren Blog-Beitrag wurde dann der erste Erfolg der OneBiz-Promo sichtbar: Laut Alexa lag das Projekt auf Platz 380 der Traffic-stärksten Webseiten. Somit wollte ich mir das Thema doch noch mal genauer anschauen. Das erste Fazit war allerdings, dass außer einer MLM-Komponente nicht viel fertig war. Vom vollautomatisierten Content-, Traffic- und Linkaufbau konnte hier noch keine Rede sein.

Ich wollte trotzdem mal testen, was meine Leser von OneBiz halten und hab auch ein Mailing verfasst. Es gab ein paar Anmeldungen, die aber allesamt wenig von OneBiz hielten. Es war ja praktisch noch nicht zu gebrauchen.

Der Traffic Wave Generator

Im Herbst 2014 gab es dann eine erste Version des Traffic Wave Generators (TWG). Dieser Teil von OneBiz sollte für Traffic-Ströme sorgen und gute Google-Rankings garantieren. Im PDT Blog gab es hierzu einen Testbericht. Das Ergebnis der offiziellen Fallstudie von OneBiz ist auch bei Youtube zu finden:

Als Fazit lässt sich sagen, dass die Ranking-Beispiele auch ohne den TWG erreicht werden können und das System noch sehr verbesserungswürdig ist. Aber es ging auch nie so wirklich um dieses System, sondern um die MLM-Komponente von OneBiz.

Pyramidenartiger Aufbau

OneBiz ist als Pyramide aufgebaut. Ganz oben stehen die drei Gründer bzw. aktuell nur noch 2 Köpfe (dazu später mehr). Dann folgen jeweils 3 User eine eben Tiefer und so weiter. Da OneBiz für den TWG natürlich Geld verlangt, verdienen die Vermittler auch eine Provision. Diese Provision wird anteilig in der Hierarchie nach oben verteilt. So ist es natürlich nicht verwunderlich, wenn man so weit oben wie möglich in dem System sein will.

OneBiz-Pyramide

Die Accounts in den oberen Levels wurden auf diversen Veranstaltungen teuer verkauft. So gab es Gründer-Accounts für knapp 5.000 Euro, in denen man auf einer hohen Level-Stufe einsteigen sollte und auch Mitglieder in der Downline garantiert wurden. Hier haben auch einige Leute zugeschlagen, in der Hoffnung auf das große Geld.

Leads zum Paketpreis

Im Dezember 2014 gab es dann noch ein Angebot von TargetAds.biz, in dem man für ein paar Hundert Euro Leads für OneBiz kaufen konnte. OneBiz hat erst mal nichts mit TargetAds zu tun, hat aber kräftig dafür Werbung gemacht. Da ich gerne teste und mir einen Test auch mal ein paar Euro kosten lasse, habe ich ein solches Paket gekauft – wohlwissend, dass die Leads höchstwahrscheinlich für die Tonne sind. Die Leads sollten dann im Februar generiert werden.

Bis zum 17.03.2015 passierte allerdings gar nichts. Ich habe dann der netten Firma hinter TargetAds, EMSECA E.I.R.L mit Sitz in Peru, eine Nachricht geschickt, mit der Frage, wann es denn nun die Leads gibt? Es gab bis jetzt keine Atwort, aber zumindest tauchten nun im April die Leads in meinem OneBiz-Test-Account auf. Alle Leads mit Anmeldedatum 23.02. und 24.02.! Wohlgemerkt gab es bis zum 17.03. keine Anmeldungen über diesen Weg!

"Hochwertige" OneBiz-Leads

So kann man sich nun die Fragen stellen: Woher kommen diese Leads und wer kann hier das Datum anpassen? Eigentlich doch nur OneBiz selbst? Und auch die Namen der Leads sehen alles andere als natürlich aus: „ketan guruwale“, „lucas lucas“, „luka qlibadze“ und „moynul islam“, um nur ein paar der Namen zu nennen. Alle mit Login-Status „Never“ und 0 Aktivitätspunkten! Leads für die Tonne eben.

Game Over

Ende März gab es einen Blog-Beitrag des ehemaligen Mitbegründers Tobias Knoof: Game Over. Tobias musste schon im Oktober 2014 das OneBiz-Schiff verlassen. Er hatt seine Gründe, durfte aber damals noch nicht viel sagen. Die beiden anderen Herren Thomas Duda und Heiko H. scheinen die Geschäfte auf einem eher dunklen Pfad geführt zu haben bzw. noch zu führen. Aber auch andere Leute, die sich kräftig für OneBiz ins Zeug gelegt hatten, äussern sich inzwischen kritisch. Und Jeroen Smid, der SEO-Experte hinter dem TWG, ist nun auch raus.

Zitat von Jeroen Smid:

Ich bin also einen externer Dienstleister. Ich habe seit Mai 2014 mit meinem Team, SEO Knowhow zur Verfügung gestellt und das was sie heute als der Traffic Wave Generator kennen, war das Endresultat. Das Knowhow und sogar die Scripts stammen von mir. Mein Team und ich habe es an der Netzverdienstcom ag und der Onebizcom ag vermittelt, regelrecht geschult, so zu sagen.

[…]

Leider bin ich bis heute, für dieses Knowhow und Arbeit nicht bezahlt worden. Mein Verdienst ist nahezu lächerlich im Vergleich zu den Einnahmen und Aktien/Gründeraccount Verkäufe. Wir haben kein festest Honorar genommen, sondern lediglich Stufe 15 plus 1 % vom monatlichen Umsatz und wir dürften Teilnehmen an der Reise nach Dubai (hat nie stattgefunden und die 1 % monatlich habe ich nie gesehen).

OneBiz ist nicht das erste Projekt, mit dem sich Heiko H. keine Freunde gemacht hat. Schon beim Verkauf von Aktien seiner ersten N. AG hat er viel versprochen und nichts gehalten. Die inzwischen veröffentlichte Bilanz mit einem 6-stelligen, nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag ist der traurige Höhepunkt dieser AG mit Sitz in Berlin.

Ich war vor ein paar Jahren von dem Konzept der N. AG überzeugt und hatte investiert. Die Dinge liefen allerdings alles andere als normal, es gab über Jahre keine Bilanz, keine Hauptversammlung und keine Dividende. Ich musste damals einen Vergleich eingehen, um mein Investment wieder ausbezahlt zu bekommen, im Gegenzug darf ich nicht mehr negativ über Herrn H. und die N. AG berichten. Da aber OneBiz eine neue Firma ist und hier schon wieder etliche Kunden und Partner über den Tisch gezogen werden, war es für mich wichtig, hier noch mal eine Zusammenfassung der Ereignisse rund um OneBiz zu zeigen.



2 comments ↓

#1   Helmut on 08.29.15 at 18:09

Also das klingt nicht glaubwürdig wenn man behauptet einen Vergleich schließen zu müssen um sein Geld wieder zu bekommen von einer AG die keine Hauptversammlung macht. Eine kleine und kurze Anzeige und der Vorstand ist in U-Haft. Na ja ist halt viel bla bla im Internet

#2   Tobias on 08.31.15 at 10:05

So einfach ist das leider nicht. Mit Fristverlängerungen kann man Jahresabschlüsse schon mal „etwas“ nach hinten schieben. Inzwischen gab es auch die Veröffentlichung und eine Hauptversammlung. Beide lieferten aber wie vermutet ein extrem negatives Bild über die Zahlungsfähigkeit.

Mit einer einfachen Anzeige hätte ich mein Geld heute noch nicht wieder. Ein Vergleich ist in vielen Fällen der deutlich schnellere und bessere Weg.

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